Artikel aus dem Ressort Schwerpunkt

Im Gespräch mit Stephan Trüby über rechte Räume

Der Architekturtheoretiker Stephan Trüby zählt zu den profiliertesten Kritiker*innen einer rechten Einflussnahme auf Architektur und Stadtplanung. Seine Debattenbeiträge, etwa zum Neubau einer „Frankfurter Altstadt“, fanden starke Resonanz. Seit 2018 leitet Trüby das „lnstitut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen“ (IGmA) der Universität Stuttgart.

Wie die AfD an einer rechten Politik des Urbanen bastelt

Bei der zurückliegenden Bundestagswahl hat die AfD ihr Ergebnis von 2017 nicht halten können. Mit mehr als zehn Prozent der abgegebenen Stimmen ist der parlamentarische Arm des rechten Populismus jedoch noch immer stark. Vor allem im Osten fand die Partei den Zuspruch der Wähler*innen. Er ist ungleich verteilt: Auch wenn in einzelnen Stadtteilen ebenso stark blau gewählt wird wie im Durchschnitt, sind die Verluste in den ländlichen Regionen geringer; teilweise konnte die AfD dort sogar Zugewinne verzeichnen.

Die Stadt im rechten Diskurs

Die Rechte in Deutschland setzt sich zunehmend mit städtischen Orten auseinander. Sie erkennt dort einen Möglichkeitsraum neuer Sichtbarkeit und Mobilisierung, begibt sich in Konflikte um Städtebau oder Sicherheitspolitik. Die Stadt wird damit zur Bühne regressiver Politiken und zur Adressatin rechter Vorstellungen von Harmonie, Ordnung und Gemeinschaft. Zudem zeigt diese Tendenz den Stellenwert, den Raumbezüge für rechtes Denken haben.

Eine Einleitung in den Schwerpunkt

Wie Städte strukturiert und gestaltet sind, hat erheblichen Einfluss auf die dort lebenden Menschen. Was, wo und wie gebaut wird, wer welche Räume zu welchen Zwecken nutzen darf, sind politische Fragen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass um diese Fragen gesellschaftlich gerungen wird und die Stadt und deren Gestaltung umkämpftes Terrain darstellen.

Foto: protestfotografie.frankfurt
Antifaschistische Protestaktion am 23. Mai 2020 in Frankfurt am Main.
Zwischenbilanz unserer Aktionen gegen Corona-Leugner_innen

Im folgenden Artikel beschreiben wir unsere Erfahrungen aus neun Monaten Recherche und Gegenprotest zu Aktionen von Corona­­-Leug­ner_innen in Frankfurt. Darüber hinaus äußern wir uns dazu, wie die linke Bewegung weiterhin mit der verschwörungsideologischen und rechtsoffenen Protestszene umgehen sollte.

Interview mit Clemens Hötzel von der Beratungsstelle SABRA aus Düsseldorf

Wie ein roter Faden sieht sich Antisemitismus in unterschiedlicher Form durch die Proteste und Verschwörungserzählungen der Pandemieleugner*innen. Auf unsere Bitte hin sprach die LOTTA-Gastautorin Sabine Reimann mit Clemens Hötzel (CH), Mitarbeiter von „SABRA — Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit. Beratung bei Rassismus und Antisemitismus“, einer Einrichtung in Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, über dieses Thema.

Foto: Roland Geisheimer | attenzione
Auf der „Querdenken“-Demo am 29. August 2020 in Berlin war die AfD zahlreich vertreten.
Die AfD in Corona-Zeiten

Der Parteichef redete sich nicht etwa in Rage. Stattdessen war es eine kühl kalkulierte Entladung, die die rund 500 Delegierten in Kalkar erlebten. „Wir werden nicht mehr Erfolg erzielen, indem wir immer aggressiver, immer derber, immer enthemmter auftreten“, wetterte Jörg Meuthen beim AfD-Parteitag Ende November und schimpfte auf jene in der Partei, die sich wie „pubertierende Schuljungen“ oder „Politkasperle“ aufführten, „die nur allzu gerne rumkrakeelen und rumprollen“ würden.

Foto: PM Cheung Photography
Von „Regenbogenkriegern“ und „Reichsbürgern“

Seit Anfang April 2020 gingen in der Bundesrepublik Menschen auf die Straße, die die Corona-Pandemie und insbesondere ihre Gefährlichkeit verharmlosten oder gar leugneten. Ein vorläufiger Höhepunkt dieser Bewegung der Pandemie-Leugner*innen wurde im Mai 2020 erreicht. Nach einem Abflauen nahmen ab August vielerorts die Demonstrationen aber wieder zu — oder begannen in einigen Orten erst.

Foto: Kampagne "NS-Verherrlichung stoppen"
Kundgebung vor der ungarischen Botschaft in Berlin am 13. Februar 2021.
Internationale Proteste gegen geschichtsrevisionistische Naziaufmärsche

Seit Jahren gibt es Proteste gegen die geschichtsrevisionistischen Naziaufmärsche in Budapest und Sofia. Mit der Kampagne „NS-Verherrlichung stoppen“ (K.), der Antifa/AFA Sofia (A.S.) und Antifas aus Budapest (A.B.) sprachen wir über internationale Vernetzung und antifaschistische Interventionen.

Die „Identitäre Bewegung“ in Frankreich

Die „Identitäre Bewegung Deutschland“ ist weitgehend am Ende, aber (noch) eine legale Vereinigung. Die als „Génération identitaire“ bekannte französische Mutterorganisation, die von „neurechten“ Netzwerkern in den deutschsprachigen Raum übertragen wurde, ist hingegen im März 2021 verboten worden. Dieses Verbot darf in seiner Wirkung nicht überschätzt werden.