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LOTTA #47 - Editorial

LOTTA #47 Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,

Der Artikel "Mit Nazis spielen. Das staatsfinanzierte Projekt 'Dortmund den Dortmundern'" in der LOTTA #46 gab den Ausschlag für massive Kritik an dem gleichnamigen Projekt. Die Medien - von Frankfurter Rundschau über Süddeutsche Zeitung bis zum WDR - berichteten. Die Stadt Dortmund und potenzielle Kooperationspartner distanzierten sich von dem Projekt in der bisherigen Form, die InitiatorInnen sahen sich zu konzeptionellen Änderungen gezwungen. Statt eines offenen Dialogs "demokratischer Jugendlicher" mit Dortmunder Neonazis - die sich hierzu sofort bereit erklärt hatten - ist nun angedacht, die Ergebnisse eines Kuschelpädagogikkreativworkshops in einer Ausstellung zu präsentieren.

Während LOTTA den Medien und politischen AkteurInnen als kompetente und seriöse Quelle gilt, wurde im "Deutschland-Archiv" der Bundeszentrale für politische Bildung der Vorwurf erhoben, LOTTA liefere "konkrete Anleitungen zur praktischen Umsetzung von Gewalttaten, weshalb sie nahezu regelmäßig von den zuständigen Gerichten beschlagnahmt" worden sei. Nahezu Gleichlautendes des Autors Udo Baron fand sich auch auf der Homepage der Konrad-Adenauer-Stiftung. Leider ließ sich bis dato nicht klären, ob Herr Baron Fantasie anregende Drogen zu sich nimmt, fest steht jedoch aufgrund unserer sofortigen juristischen Intervention, dass hohe Geldstrafen fällig werden, sollte dieser zwischenzeitlich aus dem Internet genommene Unfug noch einmal behauptet werden.

Während also die Medien LOTTA zitieren, selbst ernannte "Extremismusexperten" ihrem ideologischen Beißreflex unterliegen und Unsinn über LOTTA schreiben, gibt es auch solche, die noch nie etwas von LOTTA gehört haben, obwohl sie schon seit zwölf Jahren regelmäßig erscheint. Die Linke im Bundestag gibt seit März 2012 eine feministische Zeitschrift heraus. Richtig geraten, sie heißt "LOTTA" (Untertitel "Frauen.Leben. Links"). Es sei erst nach Abschluss der Planungen aufgefallen, dass es bereits eine LOTTA gebe. Und dann sei versäumt worden, Kontakt zu uns aufzunehmen, so Yvonne Ploetz (MdB), nachdem die Herausgeberinnen von uns angeschrieben worden waren.

In der aktuellen Ausgabe der LOTTA beschäftigen wir uns im Schwerpunkt mit dem nicht gerade einfachen Thema Grauzone. Wir beleuchten beispielhaft Bands und Projekte, die sich von der extremen Rechten distanzieren, jedoch inhaltliche Brücken nach Rechts bauen oder mit der rechten Szene sozial und strukturell verwoben sind.

Wir möchten uns wie immer bei allen bedanken, die etwas zu dieser Ausgabe beigetragen haben: den AutorInnen, InterviewpartnerInnen, FotografInnen, LayouterInnen, InformationslieferantInnen, ArchivarInnen und DiskussionspartnerInnen. Ohne euch gäbe es diese Zeitschrift nicht.

Wir sehen einander bei den Antifa-Aktionen im April in Stolberg und/oder am 1. Mai, wahrscheinlich in Bonn.

Die Lotta-Redaktion

Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der 10. März 2012 (Kurzberichte und Splitter: 24. März 2012). Aktuellere Entwicklungen konnten nur in einzelnen Beiträgen berücksichtigt werden. Erscheinungsdatum ist der 31. März 2012.

Schwerpunkt der LOTTA #47:
Die Grauzone

Schnittstelle zu extrem rechten Lebenswelten

 

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